Segeln Kroatien Istrien mit LIS Jollenkreuzer

  • Hallo,

    bin neu hier im Forum und habe mir erst vor kurzem einen älteren LIS Jollenkreuzer zugelegt.

    Ich segele hauptsächlich mit Frau und Tochter und uns war wichtig, dass wir ein leicht trailerbares Boot haben, da wir Wohnmobilreisen und Segeln kombinieren.

    Diesen Sommer werde nwir mit der Jolle nach Istrien fahren um dort zu segeln.
    Das Boot ist mit einem 5 PS Außenborder ausgestattet.

    Hat zufällig jemand Erfahrungen zum Jollensegeln in diesem Revier?

    Für ein paar Tips wäre ich dankbar.

    Grüße
    Mark

  • Hallo,
    ich will Dich hier nicht vertreiben - glaube aber, dass Lis & Kroatien nicht so oft vorkommt.
    Habe deshalb gestern mit einem Kollegen (Dickschiffsegler) gesprochen, der meinte es gibt ein Buch:
    "Kroatien - 888 Häfen und Buchten: Küsten-und Hafenführer für Boots- und Yachtsportler"
    außerdem meinte er, es gibt z.B. auf Facebook einige Gruppen, die sich mit dem Thema beschäftigen.
    Er meinte auch Revierkenntnisse wegen der unterschiedlichen Winde und Untiefen sind sehr wichtig.
    Du solltest Dich informieren ob und wie Du dein Boot registrieren musst (zolltechnische Ein- und Ausfuhr?).
    Z.B. ADAC sollte da Bescheid wissen...

    Wir würden uns freuen, wenn Du nach Deinem Urlaub einen Erfahrungsbericht (mit Bildern) hier einstellen könntest.
    Fragen & Hilfe zur Technik und der Lis bekommst Du jederzeit hier beantwortet.
    Viel Spaß im Urlaub mit Deiner Lis.

  • Hallo Wolfgang,

    besten Dank für die Antwort.

    Das Boot ist mit dem internationalen Bootsschein registriert und der Sportboot See ist auch vorhanden.

    Ich habe nicht vor weite Törns zu unternehmen, sondern will nur ein bischen vor der Küste und einigen nahen Inseln segeln und baden.

    Für den Fall, dass Flaute ist oder der Wind nicht passt hat unsere LIS noch einen 5 Ps Außenborder.
    Aber Du hast recht ein bischen Revierkenntniss ist immer wichtig.

    Melde mich nach dem Urlaub mit Erfahrungen.

    Grüße
    Mark

  • Hallo Mark,
    noch ein Tipp zu dem 5 PS AB. Wir haben auch einen. Die Rumpfgeschwindigkeit der Lis liegt bei etwas mehr als 10 km/h.
    Bei meinem 5 PSler erreiche ich die Rumpfgeschwindigkeit kurz über Standgas(max. 20% am Gasgriff).
    Mehr Gas steigert nur den Spritverbrauch und die Geräusches.
    Ich würde das mal für Deinen Motor mit einen GPS prüfen.
    Bezüglich GPS: wenn Du ein Smartphone Dein eigen nennst, dann würde ich mal schauen ob es im entsprechenden Store Offline-Karten gibt - OpenSeaMaps wäre so was.
    Und jetzt einen schönen Urlaub.

  • Hallo Wolfgang,

    die LIS erreicht bei Vollgas, gemessen mit dem Garmin Navi, so 13 - 14 km/h.

    Du hast aber recht,dass das letzte Viertel Gas kaum noch Steigerung bringt.
    Darum habe ich mich auch für den 5 Ps Viertakter entschieden. Damit kann man so schön ruhig mit wenig Gas fahren.

    Grüße
    Mark

  • Hallo LIS Segler,

    der Urlaub ist nun leider zu Ende und daher hier eine kurze Rückmeldung über die Erfahrungen mit einer LIS Jolle in Kroatien.

    Also Kroatien ist ein super Revier. Man kann sehr schön segeln und überall kleine geschützte Buchten zum Baden anfahren.
    Wichtig ist es wirklich die Formalien (Erlaubnisse, Ausrüstung Führerscheine usw.) einzuhalten, da es eine hohe Kontrolldichte gibt.
    Auch hat sich die Ausstattung mit einem vernünftigen Außenborder bewährt.

    Natürlich merkt man bei mal etwas mehr Welle schnell, dass die LIS halt nur eine sehr kleine Jolle ist.
    Wir waren aber in einem durch vorgelagerte Inseln geschützten Bereich und hatten daher stärkere Welle eher durch die hohe Motorbootdichte.

    Zusammengefasst: Ist zu empfehlen!

    Anbei noch ein paar Bilder. (Warum ein Bild gleich dreimal gezeigt wird weiß ich auch nicht ich bekomme es jedenfalls nicht geändert)

    Grüße
    Mark

  • Hallo Mark,

    das sind tolle Bilder

    Hast Du Lust einen etwas umfangreichernen Reisebericht für das Forum und die Klassenvereinigung zu schreiben?
    Wäre für viele im Forum bestimmt sehr interessant.

  • Hallo,

    dann hier noch mal ein paar Infos.

    Wir sind mit dem Wohnmobil und der Lis am Haken über Österreich und Slowenien nach Fazana in Istrien gereist.
    Anfahrt ganz gemütlich mit zwei Zwischenübernachtungen.

    Am Ziel hatten wir einen Stellplatz und eine Boje bei Camping Bi Village reserviert.

    Die Bojenvermietung läuft nicht über den Campingplatz sondern über einen eigenständigen Betreiber (Felix Wassersport).
    Slippen ging ganz gut, aber meines Erachtens nach könnte der Beteiber für die Mietgebühren doch etwas feundlicher und hilfsbereiter sein.
    Shuttle Service zum Boot an der Boje gibts nicht und der direkt am Bojenfeld gelegene Ponton Steg darf auch nicht zum kurzen anlegen genutzt werden.
    Allerdings hat der Campingplatz noch einen eigenen kleinen Hafen der genutzt werden kann.
    Ich empfehle dringend das mieten einer Boje. Wir haben selber erlebt wie einige Boote am Steg (kostet nichts) bei einem Gewitter erheblich beschädigt wurden.

    Zum Revier:
    Die Bucht vor Fazana ist sehr schön und relativ geschützt, durch die vorgelagerten Inseln des Brijuni Nationalparks. Ein Nachteil ist allerding, dass diese Inseln nicht angefahren werden dürfen, da Naturschutzgebiet.
    Es gibt aber genug schöne Ankermöglichkeiten.
    Eine weiteres, lohnenswertes, Ziel ist auch die nahe Stadt Pula. Vor dem festmachen aber unbedingt mit dem Hafenmeister sprechen!

    Insgesamt gesehen kann man dort sehr schön Segeln, auch wenn die kleine LIS natürlich bei etwas mehr Welle doch schnell an ihre Grenzen kommt.
    Auf jeden Fall wichtig ist, aus Sicherheitsgründen, ein leistungsfähiger Außenborder.

    Auch sollte man die Vorschriften (Führerschein, Bootsschein, Bootsanmeldung bei der Hafenbehörde und Bootsaustattung) einhalten. Die Kontrolldichte ist hoch.
    Die Anmeldung des Bootes muss bei der Hafenbehörde in Pula (direkt gegenüber der Hafentankstelle) erfolgen. Wenn alle Papiere da sind geht das ganz schnell und einfach.

    Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar schöne Kontrasttage in Österreich verbracht.


    Resüme:
    Schöne Möglichkeit bei schönem Wetter in einem schönen Revier Camping und Segeln zu verbinden (man kann sich auch einen Bungalow mieten).
    Allerdings ist man dort mit einer Jolle schon ein Exot.


    Grüße
    Mark