Lis undicht bei starker Krängung

  • Hallo zusammen,

    ich teile euch mal das Video von heute und freue mich über Rückmeldungen. Die Lis wurde im Versuch so weit gekrängt, dass das Wasser das Deck erreichte, ungefähr so weit, dass die Püttinge unter Wasser standen. Starker Wassereinbruch nur backbord. Also der Schwertkasten (kein Ballastschwert mehr) sollte es nicht sein. Ohnehin quasi trocken wenn sie einfach nur im Wasser liegt.

    Die große Wassermenge kam erst beim Wieder-Aufrichten. Peter Gade meinte (vor dem Versuch, ohne das Video gesehen zu haben), es könnten die Püttinge sein. Aber sooo viel Wasser durch so kleine Ritzen innerhalb so kurzer Zeit? Quasi Knöcheltief (unten) nach Sekunden?

    https://tinyurl.com/3f3nwff2

    (Link wird Mitte Mai gelöscht)

    Grüße vom Langener Waldsee

    Reinhard

  • Oh je... =O das ist wirklich nicht wenig...
    Ich habe die Verklebung von Rumpf und Deck im Verdacht, die vielleicht auf einer gewissen Länge aufgegangen ist. Wenn das Boot auf der Seite liegt, ist da ja ordentlich Gewicht vom Boot drauf. Das arbeitet vielleicht, wenn da quasi ein Riss entstanden ist, der aber bei aufrechtem Boot nicht zu sehen ist, weil eben keine Last drauf...

    Eventuell könnte man das Boot mal auf gepolsterte Böcke legen und auf die Seite drehen. Vielleicht sieht man dann von außen, wo es sich öffnet...:/

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche und hoffentlich auch der Reparatur!

    LG und trotzdem schönes Wochenende

    Stephan

  • danke - als es auf der Seite lag (Winterlager, Schwert getauscht), war nichts außer "ein paar" Harrissen zu sehen, die wir mit Gelcoat abgedeckt haben. Ohne irgendeine Auswirkung.

    Für diejenigen, denen das Video zu wild war, hier ein Bild mit Beschreibung.



    Blick von vorn nach hinten, Backbord-Seite. Links Schwertkasten. Rechts die innere Seitenwand, hinter der wohl der Auftriebskörper steckt (Schaumstoff laut Homepage, muss aber wohl Styropor sein?). Das Wasser kommt beim Wieder-Aufrichten da raus, wo auf dem Bild gerade der Schwamm liegt. Also aus dem großen Spalt zwischen Rumpfboden und Seitenwand vom Auftriebskörper-Kasten.

    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen zusammen,

    ich vermute, dass die Püttinge undicht sind. Hier sollten sie diese entfernen und schauern, ob an dem Bohrloch eine Lücke zwischen Rumpf und Deck entstanden ist. Das Loch mit flüssigem Harz ausgiessen, so dass die Lücke geschlossen wird und dann das Loch neu bohren, dann sollte es wieder dicht sein. Beim einsetzen der Püttinge mit Sika abdichten. Von innen können sie den Bereich anschleifen und mit Topcoat streichen, um die Poren zu schließen, dann sieht es auch wieder hübsch aus. Wenn sie Fragen haben, können sie mich gerne anrufen. Viel Erfolg!

    Peter Gade

  • Wenn das Boot auf der Backbordseite lag, als ihr das Schwert getauscht habt, dann würde ich mir nochmal genau die Stellen ansehen, auf denen das Boot gelegen hat. Vielleicht ist da von der Polsterung irgendwas verrutscht und es gab versehentlich eine punktuelle Belastung, vielleicht auch direkt auf der Scheuerleiste. Das könnte schon auch einen Schaden im GFK verursachen...

    Weiterhin viel Erfolg!

    LG

    Stephan

    • Offizieller Beitrag

    ... so ein Problem hatte ich an meiner Lis-Family folgendermaßen behoben:

    Ich habe die Püttinge rausgeschraubt. Dann habe ich die Löcher von unten zugeklebt und von oben vorsichtig Wasser reingegossen. Es ist anzunehmen, daß dann irgendwo das Wasser wieder rausläuft (vielleicht an den Stellen, die Du im Film zeigst). Das weist dann nach, daß das Wasser über die Püttinge reinläuft.

    Dann habe ich den Süllrand mit einem Fön getrocknet und die Püttinglöcher neu von unten zugeklebt. Danach läßt du Epoxi (vorzugsweise von West System 105/205 in die Löcher reinlaufen. Dazu benutzt Du eine Spritze, die Du für kleines Geld in der Apotheke bekommst. Da wird möglicherweise eine Menge Epoxi reinlaufen.

    Nach einer Aushärtzeit von einigen Stunden, besser Tagen, müßte das Boot an der Stelle wieder Dicht sein. Bei mir war das jedenfalls so.

    Wenn Du Fragen hast, kannst Du sie stellen, ansonsten viel Erfolg.

    Gruß

    Karl-Heinz

  • Ach ja, ich traue mich nicht, diesen Pütting ganz zu entfernen und auszugießen. Klar, die runden Löcher wäre kein Problem. Aber wie das Langloch herstellen? Also Püttinge drinnen lassen, von unten mit Klebeband sichern, dann ausgießen und nach Aushärten neu bohren?

  • So, Stand "vor dem Wochenende": der Pütting ist "rausoperiert" und dabei alle Dichtmasse entfernt, die in grauer Vorzeit da schon vom Vorbesitzer hinein kam. Und das waren gleich zwei verschiedene: das eine wie Kitt, das andere flexibel. Dazwischen ein Spalt...

    Das dunkle runde ist die Taschenlampe, mit der ich in das eine Befestigungsloch leuchte. Wie man sieht kommt das Licht bis in das Langloch.


    Nun ist alles mit Gießharz ausgegossen und ich bin mir immer noch nicht ganz klar, wie ich das Langloch am besten erstelle. Eine sooo dünne und gleichzeitig lange Fräse habe ich am Dremel nicht. Also bohren und feilen oder sägen? Ist immerhin rund 2 cm dick... :-/ (backbord; steuerbord nur wenige mm)


    Kleines update: ich bekomme 2 neue Püttinge, bei denen ich nur 2 Löcher bohren muss. Werde berichten. Bin wirklich gespannt ob die Lis dann dicht sein wird!

  • erledigt! Da die neuen U-Bügel / Püttinge einen kleineren Lochabstand hatten was problematisch und vor allem unschön gewesen wäre, und der eine auf der einen Seite auch noch zu kurz war, habe ich nun doch die alten rein. Vorher mit Epoxy ausgegossen und zusätzlich dann mit Dichtmasse abgedichtet. Danke für alle Tipps.