Großsegel bergen

  • Liebes Forum,

    ich segle gerade meine erste Saison mit einer 6.0 auf dem Bodensee und habe schon einiges über die Lis herausgefunden, anderes nicht. Manche meiner Probleme entstehen dadurch, dass ich die meiste Zeit alleine unterwegs bin. Das größte Bauchweh macht mir aktuell das Bergen des Großsegels. Wenn man zu zweit ist, lässt sich das Großsegel gut um den Baum rollen. Bin ich alleine auf dem Boot, ist das aber kein Rollen, sondern ein Wickeln. Es ist sehr mühsam und dauert ewig, in beide Richtungen (oder ich mache etwas grundlegend falsch).

    Karl-Heinz Karl-Heinz hat in einem alten Beitrag gut beschrieben, wie er das macht: Er rollt das Segel nicht um den Baum, sondern vom Kopfende her um sich selbst und macht es dann eingerollt am Baum fest. Kann man das so sagen?

    Liebe Einhandsegler, wie macht ihr das? Was ist für euch praktikabel?

    Danke für eure Hilfe, liebe Grüße!
    Jochen

  • Hallo Jochen,

    ich segele auch gerne Einhand und kenne das Problem. Zwar habe ich nur eine "alte" Lis Jolle, aber vermutlich verhält es sich ähnlich. Wenn ich allein bin, drehe ich üblicherweise meinen Großbaum, so dass sich das Segel darum wickelt. Dabei muss ich es immer nach achtern ziehen, damit sich vorne am Mast kein Wulst bildet und alles klemmt. Das funktioniert "zufriedenstellend".

    Das eigentliche Problem dabei ist, dass ich dazu vorher die Großschot lösen muss. Wenn ich dann das Segel bei Wind setzen will, dann wird es umständlich, weil ich dann erst das Segel abrollen muss (das droht dann zumindest teilweise vom Wind über Bord und ins Wasser geweht zu werden), um die Großschot zu befestigen. Damit das Segel nicht über Bord geht, mache ich das Großfall am Kopf fest (mit dem ich den Baum quasi als Dirk hochgehalten habe) und somit senkt sich auch noch der Baum in die Plicht und ich komme vor lauter Segel-Geraffel nicht immer problemlos dazu, die Großschot zu befestigen. Also nicht wirklich optimal.

    Gestern habe ich aufgrund Deines Beitrags mal das Segel vom Kopf her aufgerollt und dann versucht, auf dem Baum festzumachen. Dann entfällt die Angelegenheit mit der Großschot. Aber das Segel fällt irgendwann seitlich vom Baum runter und wird nur noch von der Persenning gehalten. Auch nicht sooo doll, denn wenn sich die Druckknöpfe (bei Sturm?) öffnen sollten, dann fällt das Segel zumindest teilweise raus und wird zumindest nass. Sieht außerdem nicht schön aus.

    Vielleicht kommen ja noch Tipps...

    Liebe Grüße vom Langener Waldsee

    Reinhard

  • Hallo Reinhard,

    herzlichen Dank für deine Antwort!
    Bei mir ist es ja so, dass mein Lümmelbeschlag gar nicht gedreht werden kann. Ich müsste ihn dazu jedes Mal aus dem Mast ausfädeln. Alleine? Bei Wind? Da muss ich vorher noch ins Krafttraining. Aktuell ist es bei mir wirklich so, dass ich das Großsegel nicht rolle, sondern um den Baum - der wird von einer Dirk gehalten - wickle. Es ist viel unlustiger, als es sich anhört.

    Das Problem mit der Großschot, das du schilderst, habe ich momentan natürlich auch.

    Ich mag einfach nicht glauben, dass es keine bessere Lösung gibt. Aber wie du schreibst: Vielleicht kommen ja noch Tipps! Ich probiere auf alle Fälle weiter. Falls ich etwas Praktikables finde, lasse ich es dich natürlich wissen.

    Liebe Grüße,
    Jochen

  • Hallo Jochen, schon mal an Mastrutscher gedacht. Mache ich seit Jahrzehnten so - segle nur einhand. Vorraussetzung ist eine Dirk, die hast du ja. Gummistropp drüber und gut, ggf. den Baum dann von der Dirk lösen. Fallenstopper nicht vergessen, um ein Ausrauschen des Segels zu vermeiden.

    VG

    allegro

    wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit

  • Moin,

    ich segle auch viel einhand und lasse das Großsegel beim Bergen zunächst einfach Steuerbord ins Cockpit fallen. Deshalb Steuerbord, weil ich das Großfall am Mast Backbord belege und weil der Großbaum auf der hochgeklappten Badeleiter liegt, die am Heck Steuerbord angebracht ist. Ich habe aber auch einen längeren Großbaum, das spart mir jedenfalls die Dirk...

    Wenn ich dann am gewünschten Liegeplatz bin, wird aufgeräumt und das Segel locker auf den Großbaum gefaltet und mit Bändseln festgemacht. Das geht alles zügig und sieht auch ordentlich aus, wenn man keine Persenning dafür hat. Sollte ich mal länger irgendwo bleiben, wird das Segel ohnehin komplett abgeschlagen und in der Kajüte verstaut...

    Mastrutscher sind eine richtig gute Idee! Das macht die Sache wahrscheinlich noch deutlich einfacher...


    LG

    Stephan

  • Hallo allegro! Hallo Stephan!

    Herzlichen Dank für eure Erfahrungsberichte, Ideen und Anregungen! Da Ihr beide die Mastrutscher hervorhebt, müssen die tatsächlich eine große Hilfe sein. Ich werde mich diesbezüglich schlau machen. Stephan hat auch das Zauberwort "zügig" erwähnt. Genau das ist das Ziel.

    Liebe Grüße und schöne Segeltage!
    Jochen