Neue Lis - Einige Fragen

  • Hallo zusammen,
    seit dem letzten Wochenende bin ich frisch gebackene Besitzerin einer Lis-Jolle (Segelnr. 1353). Wir haben sie gleich zu ihrem neuen Liegeplatz am Rursee gebracht und können es jetzt kaum abwarten, endlich die Segel zu setzen. Allerdings sind wir bisweilen noch mit dem "Zusammenpuzzeln" und dem Austauschen einiger kleinerer Dinge beschäftigt. Dabei stellen sich uns immer mal wieder ein paar (kleine) Fragen. Ich hoffe, ihr habt nicht dagegen, wenn ich einige davon künftig hier stelle... ;)

    Also fang ich mal hiermit an:

    1. Wie funktioniert das an der Lis mit der Schwert- bzw. Kentersicherung, die verhindern soll, dass sich das Schwert beim Kentern einklappt? Ich nehme an, diese Klemme am Schwertkasten hat was damit zu tun, oder? Was gehört denn in diese Klemme rein?

    2. Auf der Fockrollertrommel sitzt gleich so ein Wantenspanner. Muss ich den an dieser Stelle irgendwie gesondert sichern, sodass der nicht beim Betätigen des Fockrollers aufgeht, oder kann ich mich da einfach auf die festgezogenen Kontermuttern verlassen?

    Ich freu mich auf eure Antworten!

    Viele Grüße
    Anne :D

  • Hallo Anne,

    verstehe mich bitte nicht falsch, aber dass muss jetzt einfach raus ......
    ... Begrüsst alle mit mir die zweite offiziell angemeldete Lis-Seglerin hier im Forum... :biggthumpup: :zustimm:

    Herzlich willkommen im Forum Anne und herzlichen Glückwunsch zum neuen Boot.
    Allzeit eine handbreit Wasser unter dem (Stummel)Kiel.

    So und jetzt mal ganz ohne Spass... :lach:
    Dieses Forum soll ja genau diese Fragen völlig unkompliziert beantworten also Frage ruhig.

    Die Schwertsicherung sollte eine Leine sein, die aus einem Loch an der Oberseite des Schwertkastens kommt. Diese Leine kann dann in der Klemme belegt werden, und verhindert so, dass das Schwert im Kenterfall sich in den Schwertkasten verdünnisiert. Dieser Umstand ist bei Jollen mit Ballastschwert (30 kg) nicht zu unterschätzen, da das Schiff dadurch möglicherweise noch schneller durchkentern kann. Wegen deiner Frage vermute ich aber mal, dass Du eine solche Leine nicht hast. Dann kannst Du nur das Schwer ausbauen und eine neue Leine anknoten. Auch wieder hier bei Jollen mit Ballastschwert gestaltet sich der Ausbau auch etwas "schwerer" im absoluten Wortsinn.

    Zu Deiner zweiten Frage. Da hast Du absolut Recht. Ich habe auch einen solchen Stagspanner drin gehabt und genau diese Probleme gehabt. Die hab ich nur durch super festes anziehen der Muttern und flüssige Schraubensicherung in den Griff bekommen. In der Zwischenzeit habe ich den Fockroller jedoch total umgebaut.

    Ich war heute auch den halben Tag am See und morgen werde ich auch noch mal da sein. Wo hast Du denn dein Schiff liegen ?

    Gruß Udo

    Wer nicht auf Sand bauen will, nimmt einfach die Steine die man ihm in den Weg legt. :versteck:

  • Hallo Udo,
    vielen Dank für deine Antwort und die herzliche Begrüßung. ;)

    Nachdem ich heute nachmittag auch nochmal beim Boot war ist mir das mit dieser Leine aus dem Loch auch klar geworden. Ist immer blöd, wenn man zu Hause nur Fotos hat, sich dann über etwas wundert und nicht gleich rumprobieren kann wie es denn nun funktioniert. ;)

    Mit dem Wantenspanner werd ich wohl mal schauen, wie sich das so bewährt. Wenns wirklich damit bedenklich ist, sollte man den ja auch durch einen einfachen Wantenhänger ersetzen können.

    Das Boot liegt übrigens in Rurberg.

    Viele Grüße
    Anne

  • Hallo Anne,

    willkommen bei den Lissern. Ich kann mich nur Udos Ausführungen anschliessen. :P Schau doch mal hin und wieder bei den Wanderfahrten rein. Der Rusee ist übrigens auch im Hinterkopf für ein Lis-Wochenende. Muss noch etwas ausbaldowert werden.

    Zu Deinen Fragen in Ergänzung zu Udo:

    lass den Wantenspanner weg und nimm gleich ein Loch-Eisen (wie z.B. an den Wanten oft benutzt). Die sind nicht teuer und Du hast nicht die Gefahr, dass sich der Spanner aufdreht udn das Stag verabschiedet. Bei mir war es trotz allem zudrehen und Muskelschmalz bereits zwei Mal fast so weit. Ich habe es jedes Mal rein aus Zufall rechtzeitig bemerkt, dass der Spanner schon auf der letzten Windung war. Das Locheisen kann sich nicht verdrehen. OK, dann ist es etwas schwerer das Vorstag schön durchzusetzen. Neben der bewährten Zwei-Mann (oder -Frau oder -Gemischt) Technik = eine/r drückt den Mast zum Bug, der/die andere setzet das Vorstag ein, kenne ich noch zwei andere Möglichkeiten: 1. Block an Bugbeschlag anschlagen und Vorstag per Tau druchsetzen. Das ist z.B. bei der Ilmen verfeindert. Hier ist das Tau bis zur Plicht verkängert. So kann der Mast auch einhand unterwegs gelegt werden. oder 2. die Haupt-Spannung via Fockfall setzen. Das funktioniert gut, wenn die Fock im Vorliek einen Draht hat. Das geht auch bei einer Rollfock. Dann musst Du nur die Talje am Roller anschlagen. Peter Gade hat dazu auch eine schöne Zeichnung gemacht, die er Dir sicher gerne zuschickt.

    Soweit mein Wissen. Wenn Du einen tollen Trick herausfindest: nur her damit.

    Viel Spaß auf dem Wasser und auf der LIS.

    Handbreit

    Alf :mrgreen:

  • Auch dir vielen Dank für deine Antwort, Alf.

    Waren heute Abend zum ersten Mal mit dem Boot segeln, was auch ganz gut geklappt hat (obwohl es natürlich an einigen Stellen noch ein wenig Optimierungsbedarf gibt). ;)

    Ich hab am Fockroller momentan auch schon die zweite von Alf genannte Methode verbaut. Besagte Zeichnung (ich nehme mal an, dass es die gleiche ist) war bei den Unterlagen vom Boot dabei. Um den Wantenspanner hab ich jetzt trotzdem sicherheitshalber mal längs von Gabel zu Gabel ein Bändsel drumgemacht. Dann sollte man ja relativ schnell sehen, wenn sich da doch was dran dreht.

    Viele Grüße
    Anne