Rund um den Elektromotor?

  • ....dem muss ich direkt widersprechen, denn der Querschnitt ist bei 12 V direkt proportional von der Länge der Leitung! Hierzu gibt es von diversen Anbietern - gerade bei E-Motoren - Tabellen, wonach der Querschnitt des Kabels nach Länge angegeben wird. Ab einer Länge - und da habe ich mich nach gerichtet - von 5 - 7,5 m werden 50 mm2 empfohlen (Minnkota)!

    10 mm2 sind eindeutig für diese Länge zu wenig, denn in Summe kommen auch bei der Lis jeweils etwa 6m zusammen!

    Grüße, Harald

  • Das sind meiner Meinung nach 2 verschiedene Dinge:

    Karl-Heinz ging von der Sicherheit aus, d.h. der Frage, ob sich die Leitung durch den Stromfluss zu stark erwärmt. Da reichen also die 10mm², um keine Hitzeentwicklung zu haben...

    Die Angaben von Minnkota berücksichtigen den Widerstand der Leitung, der natürlich mit der Länge zunimmt, d.h. wieviel von den 12V kommen am Motor an... Da werden dann 50mm² für einen minimalen Spannungsabfall empfohlen...

    Kurz: 10mm² sind sicher, aber 50mm² besser :P

    LG

    Stephan

  • Wärmeentwicklung bedeutet immer auch Leistungsverlust, also nicht 2 verschiedene Dinge;) und die Sicherheit wird zwangsläufig auch mit jedem mm2 zusätzlich besser. Wenn länger mit dem E-Motor gefahren werden soll, würde ich keinesfalls mit 10 mm2 fahren!

    Bei uns in Holland im Raum Wanneperveen/Giethoorn fahren die Elektroboote, die dort zahlreich ausgeliehen und durchschnittlich mit etwa gleicher Leistung betrieben werden mit sogar 70 mm2 - das sind dann Kabel wie große Gartenschläuche:/!

    Das Thema wird erst anders, wenn mit höheren Spannungen gefahren wird - die meisten E-Motoren der einfachen Generation sind aber nur mit 12 V, ab und zu mit 24 V unterwegs!

    Grüße, Harald

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Freunde,

    Nehmen wir nochmal das Beispiel mit dem Motor mit 480 Watt. Bei einer Batteriespannung von 12 Volt benötigt er 40 Ampere.7

    Nehmen wir ferner an, die Leitung zwischen Batterie und Motor sei 8 Meter lang (hin und zurück).

    Für eine 10 mm2 Leitung ergibt sich:

    Bei einem spezifischen Kupferwiderstand von 0.0171 Ohm*mm2/m bleiben bei 40 Ampere auf der Leitung 0,55 Volt hängen.

    Das bedeutet, dem Motor steht eine Leistung von (12 Volt - 0,55 Volt)*40 Ampere = 458 Watt zur Verfügung, das ist eine Reduktion von ca. 20 Watt oder 5 %)

    Für eine 50 mm2 Leitung ergibt sich:

    Bei einem spezifischen Kupferwiderstand von 0.0171 Ohm*mm2/m bleiben bei 40 Ampere auf der Leitung 0,11 Volt hängen.

    Das bedeutet, dem Motor steht eine Leistung von (12 Volt - 0,11 Volt)*40 Ampere = 476 Watt zur Verfügung, das ist eine Reduktion von ca. 1 %.

    Es ist nicht verkehrt, wenn man eine 50 mm2 - Leitung nimmt, aber eine 10 mm2 - Leitung ist auch kein Fehler!

    (Minn Kota verkauft Anschlußleitungen für Ihre Motor mit Stromdichten von 6-7 Ampere/mm2.)

    Viel Spaß

    Karl-Heinz

  • CORA

    Ich meinte mit den 2 verschieden Dingen auch nicht die physikalischen Vorgänge in der Leitung, sondern die Betrachtungsweisen. Die Faustformel von Karl-Heinz (4A/mm²) gilt für Sicherheitsabschätzungen (Leitung sollte nicht zu warm oder gar heiß werden), wohingegen die Angaben von Minnkota darauf abzielen, möglichst wenig Leistungsverlust zu haben. Wie groß (oder klein) der Unterschied ist, wurde ja schön vorgerechnet.

    Kupfer kostet und hat auch ordentlich Gewicht. Ich würde mich für die typische Nutzung eines E-Motors (kaum Dauernutzung) mit den 10mm² begnügen.

    LG

    Stephan

  • Genau in dem o.a. Rechenbeispiel liegt nämlich auch das Problem:

    Die meisten fahren ihre E-Motoren mit eher konventionellen Batterien und da spielt der Spannungsverlust eine ganz erhebliche Rolle! Das Rechenbeispiel oben bedeutet nämlich, dass bei einer Batteriespannung um 12.35 V (übliche Ruhespannung) dann bei Volllast nur noch 11,8 V am Motor ankommen (wobei die Leitungen hin und zurück 12 m sind und nicht 8m und damit nochmals etwas mehr Verlust).

    Aus meiner Erfahrung reagieren insbesondere die Minn Kota Motoren hierauf mit deutlichem Leistungsverlust!

    Für Euch, Stephan und Werner - wenn Ihr ohnehin nur Kurzstrecke fahrt - wahrscheinlich kein Problem. Ich fahre hingegen auch gerne mal 2 oder 3 Stunden und hier ist das dann schon sehr relevant, zumal dann auch bei AGM oder anderen konventionellen Batterien der sog. Peukert - Faktor eine große Rolle spielt!

    Aus dem Grund bin ich ja auch auf die Li Batterie umgestiegen, weil diese bei hoher Lastentnahme kaum Spannungsveränderungen haben! Nachteil natürlich deutlich höhere Anschaffungskosten, aber auch erheblich längere Standzeiten!

    Grüße, Harald

  • Moin,

    wenn ich mir das alles so ansehe hab ich doch mit meinem Honda AB mit 2,5 PS doch die Richtige Wahl getroffen. Von Gewichteinsparung kann doch bei einem E-Motor nicht mehr die Rede sein. Motor-Batterie und Kabel bringen so manche Kilos auf die Waage.

    Auf meinem Heimatrevier sind sowieso jegliche Motore verboten, Batterie wie auch Verbrenner.

    Im Urlaub war ich immer froh einen Benzinmotor gehabt zuhaben. Beispiel: Bodensee, vom Obersee zurück in den Untersee zur Insel Reichenau bei Wind und Welle gegen an. Wäre ich auf dieser Strecke mit einem E-Motor nie angekommen. Beim Benziner konnte ich nachtanken.

    Gruß Hollis :irre:

  • Hallo Werner,

    eine 50 Ah AGM Batterie ist schon "sehr sparsam". Mit der von Dir angegebenen Leistung des Motors kannst Du damit unter Volllast und dem von mir eben erwähnten Peukert - Faktor dann gerade einmal 40 - 45 Min. fahren und dann ist der Akku am Ende:/!

    Und zum Manövrieren brauchst Du dann doch meistens die volle Leistung, um noch genügend Schub zu haben!

    #Hollis:

    den luftgekühlten Honda kenne ich und vor allem den Lärm und Vibrationen, die der macht. Wer einmal in den Genuss gekommen ist, wirklich lautlos durch das Wasser zu gleiten (knapp 4 kn läuft die Lis damit, also etwa gleich schnell wie mit dem Honda), wird so schnell nicht mehr auf die stinkenden Benziner zurückkommen. Wie herrlich ist es, in den Naturschutzgebieten, in denen ich ständig unterwegs bin, dann auch die Tiere sehen und hören zu können!

    Weiterhin bleibt die Last mit Benziner am Heck (auch wenn der erwähnte Honda unter den 4-Taktern noch ein Leichtgewicht ist). Die von mir gewählte - sicherlich aufwendige - Lösung verteilt sich gleichmäßig über das Boot. Ich habe sogar auf 50 kg Ballast im Schwert verzichten können und habe damit trotz E - Equipment eine hervorragende Lage. Bei mir taucht das Heck nicht mehr ein!

    Ich habe es - auch bei Gegenwind - geschafft, den Gardasee an seiner breitesten Stelle nur mit E - Motor zu überqueren und dann noch zurückzukommen (da war dann der Wind wegX() - immerhin 46 km !!! Es gibt hier im Forum von mir einen Bericht zu dieser Gardasee - Tour!

    Alles natürlich eine Frage des persönlichen Nutzens und Gebrauchs!

    Grüße, Harald

  • Ich habe auch lange überlegt ob Verbrenner oder Elektro. Auf dem See Zuhause ist beides verboten. Den Motor brauche ich also nur im Urlaub.

    Letztendlich habe ich mich für den Elektro entschieden und zwar für einen starken. Ich habe den ePropulsion Spirit Plus (wurde kürzlich sogar Testsieger in der Yacht). Leider mehr als doppelt so teuer wie der Verbrenner. Für mich hat er aber viele Vorteile: keine Wartung, einfach in den Kofferraum, Lagerung ohne Geruch etc.

    Falls ich aber auf der Ostsee oder so fahren wollte würde ich mir einen Verbrenner ausleihen, da wäre mir der Elektro zu gefährlich (nicht von der Kraft aber Reichweite). Mit dem kleinen Honda könnte man mit 20 Litern Benzin 20 Stunden Vollgas fahren, da wäre Bornholm erreichbar 8o

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

  • ....nicht schlecht, macht dann schon 72 Min. und wird nach Deiner Beschreibung dann auch ausreichen.

    Hätte auch den großen Vorteil, dass Du auch einen 24 V Motor in die engere Wahl ziehen könntest (wenn Du nicht schon einen hast), wenn die beiden Batterien dann parallel geschaltet werden. Dann wären auch Deine 10 mm2 Kabel schon deutlich vertretbarer;)

    Grüße Harald

  • Falls es weiterhilft, bei meinem Motor gibt es vom Hersteller Verlängerungskabel von ca. 1,80 Meter die man zwischen Motor und Akku machen kann wenn man den Akku nicht auf dem Motor einklipsen möchte.

    Das Kabel hat bei 48 Volt Spannung 25 mm2 und man darf maximal 4 Kabel hintereinander benutzen, also etwa 7,5 Meter.

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P