Großsegel durchsetzen

  • Hallo Segelfreunde!Ich habe seit einigen Wochen die Lis 1485 und auch schon einige Ausfahrten unternommen.Leider ist es mir noch nicht gelungen das Großsegel richtig durchzusetzen.Das Vorlieg wirft immer Falten und der Baum hängt zum Schothorn nach unten.Meine Fragen:Auf welcher Höhe wird der Baum angeschlagen,wie wird das Vorlieg und auch das Unterlieg richtig durchgesetzt? Einen Spanner gibt es offensichtlich nicht.Für ein paar Tipps wäre ich Euch Dankbar.
    MfG
    Frank

  • Moin bulfrank,

    ich weiß nicht, ob ich mich richtig in das Problem hineindenken kann, - aber ich ziehe das Groß bis zum Anschlag hoch, drücke dann den Baum herunter, bis ich die Spannung richtig finde und schraube dann den Baumbeschlag fest. Geht das bei Dir nicht so?

    Herzliche Grüße
    George

    Kim AR "Lüntje"

    "Mit kleinen Booten kommt man woanders hin."
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    Mein Avatar zeigt übrigens die Seeschiffsflagge des Königreich Hannover
    bis zum Überfall durch die Preußen 1866

  • Hallo Bulfrank,
    erst einmal willkommen hier im Forum. Du schreibst dein Groß wirft immer Falten. Sind die Falten senkrecht oder waagerecht? Von welchem Segelmacher stammt das Großsegel? Hast du auf dem Vorlieg eine große Spannung? Wie fährst du deinen Baumniederholer? Fragen über Fragen. :roll:
    Ich habe bei meinen Lis - Jollen das Großsegel immer bis zum Mast - Top gesetzt und dann den Großbaum nach unten gedrückt, Rändelschraube angzogen fertig.
    Bei einem Segel von mir, von einem Holländischen Segelmacher, war eine senkrechte Falte kurz hinter dem Mast nicht auszubügeln. Lag an dem schlechten Schnitt des Segel.

    Grüße aus dem Pott, Peter früher Hollis G - 1098 ;)


    Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme.

  • Hallo,Vielen Dank erstmal Euch beiden.Ich mach es genau so,Segel hoch bis Anschlag,belegen und den Baum nach unten drücken,soweit es geht.Das Vorlieg zieht mehrere Falten schräg nach unten.Den Baumniederholer nur leicht gespannt.Das Segel ist von De Jong,erst 5Jahre alt.Vieleicht liegt es ja am "Schlechten Schnitt ".Am Wochenende werde ich es noch einmal in aller Ruhe versuchen.
    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. :hallo:
    Ich kann mich den Kollegen nur anschließen. Genau so kann man das Vorliek durchsetzen.
    Allerdings musst Du dann auch die Spannung im Unterliek noch erhöhen.

    Also alleine das Vorliek mit roher Gewalt :oops: spannen bringt nichts.
    Vorliek so durchsetzen, bis die ersten Falten sich bilden wollen. dann wieder ein wenig entspannen.
    Anschließend mit dem Unterliek ähnlich verfahren. Dann sollte das Segel für wenig Wind recht bauchig stehen.
    Wenn es dann immer noch so aussehen sollte wie auf dem Bild, dann ist es "ausgelutscht" :eek: .
    Bei mehr Wind musst Du natürlich mehr durchsetzen. Aber dann werden die Falten auch vom Winddruck gebügelt. :lol:


    Ein Segelmacher kann dann im Achterliek vielleicht noch ein bißchen Spannung rein machen. Ist aber alles eine Frage
    ob sich das noch lohnt. Nach 5 Jahren sollte es noch nicht so "ausgelatscht" sein. Es sei denn die wurden immer unter höchsten
    Belastungen gefahren (Regatta z.B.).

    Alles klar ... :?:

    Dann lass mal hören

    Gruß Udo

    Wer nicht auf Sand bauen will, nimmt einfach die Steine die man ihm in den Weg legt. :versteck:

  • Moin, Moin Frank,
    wie Udo schon berichtet, würde ich auch verfahren. Ich habe mir einmal einige Gedanken gemacht und zu folgenden Ergebnis gekommen. :idea:

    Senkrechte Falten im Segel erzeugen Wirbel und abreißen der Strömung, dadurch entsteht ein Verlust an Vortrieb. Die Falten entstehen durch falsche Vorspannung an den Lieken und Segellatten. Die Lieken sollten bei wenig Wind schwach gespannt werden, bei viel Wind stark durchgesetzt. Ebenso die Zwei oberen, bis zum Mast durchgehende Segellatten. :roll:
    Wenn im Groß Längstfalten parallel zum Mast oder Baum auftretten, ist das Vor - bzw. Unterliek zu stark durchgesetzt. Bei viel Wind werden diese durch den Winddruck verschwinden. Bei Schwachwind müssen die Lieken entsprechend loser gefahren werden.
    Bleiben trotz loser Lieken Parallelfalten bleiben, sind die eingenähten Liektaue zu stramm. :mad:
    Treten im Großsegel Diagonalfalten auf, ist zuviel Spannung auf der Mitte des Tuchs.Vor - und Unterliek müssen dann mehr durchgesetzt werden. Wenn dies nicht hilft, ist zuwenig Spannung im Achterliek. Ein Zeichen eines ausgelutschten Segel. Es kann von einem Segelmacher geändert werden, aber lohnt sich der Aufwand? :?:
    Du schreibst auch das dein Großbaum zum Schothorn nach unten hängt. Meiner Meinung nach ein Zeichen eines ausgelutschten Auchterlieks. Killt das Achterliek des Großsegel beim segeln ?
    Ich hoffe das ich dir ein wenig helfen konnte und wünsche dir immer eine Handbreit Wasser unter dem Schwert, bin gespannt ob es klappt. :argue:

    Güße aus dem Pott, Peter früher Hollis G - 1098 :lol:


    Ein guter Skipper kann mit Schäkeln, sogar ein neues Segel häkeln........... :P

  • Hallo,zusammen!
    Es hat leider etwas gedauert,schlechtes Wetter,Urlaub,keine Zeit usw.
    Hab` etwas rumprobiert mit der Spannung von Vor- und Unterlieg,auch habe ich die Wanten zwei Löcher länger gemacht,jetzt drittes Loch von oben.Dadurch kommt der Baum natürlich achtern auch höher.Ein paar schräg verlaufende Falten bleiben noch.Das Ganze sieht aber schon viel besser aus.
    Vielen Dank noch einmal für Euere Tipps.
    Grüße aus Burglengenfeld
    Frank Schnobrich

  • Hallo Frank,
    du schreibst das du deine Wanten " verlängert " hast. Wie steht denn jetzt dein Mast in Längstschiffsrichtung? Bei gutem Trimm sollte der Mast einen Fall von 3 bis 5° nach achtern haben. Wenn der Mast nach vorn geneigt ist, steht die Fock vor dem Wind, voller, und der Großbaum kann weiter aufgefiert werden bevor er vom Leewant blockiert wird. :roll:
    Ich hoffe das ich dir ein bischen helfen konnte und wünsche dir immer eine Handbreit Wasser unter dem Schwert, Hollis früher G - 1098.


    Probleme sind Gelegenheiten,zu zeigen was man kann..........